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Blog · 22. September 2026

Facing und Regalkapazität: Wie passt man das Regal an die Drehzahl an?

Kurz gesagtDie Kapazität eines Facings muss die Verkäufe zwischen zwei Nachfülldurchgängen abdecken, mit Reserve: Mindestkapazität = durchschnittliche Stundenverkäufe × Stunden zwischen zwei Durchgängen × 1,5. Ein Produkt, das sich 6-mal pro Stunde verkauft und alle 4 Stunden nachgefüllt wird, braucht mindestens 36 Stück im Regal, nicht 8. Man beginnt mit den zwanzig meistverkauften Artikeln jeder Abteilung: Dort kostet das kurze Facing am meisten, und die Anpassung ist eine Planogramm-Änderung ohne Investition.

Warum das Facing über die Lücke entscheidet

Das Facing ist die Zahl der vorne sichtbaren Stück, die Kapazität die Gesamtzahl der Stück, die das Regal für einen Artikel fasst (Front × Tiefe). Ist die Kapazität kleiner als die Verkäufe zwischen zwei Nachfülldurchgängen, ist die Lücke sicher, egal wie gut bestellt wurde: Die Ware liegt im Lager, das Regal ist leer. Das ist eine der in der Filiale liegenden Ursachen, die nach Corsten und Gruen 72 % der Regallücken ausmachen.

Das Symptom ist leicht zu erkennen: ein Produkt, das abends immer fehlt, jeden Morgen wieder eingeräumt wird, mit Bestand im Lager.

Die Rechenregel

Mindestkapazität eines Artikels = durchschnittliche Stundenverkäufe × Stunden zwischen zwei Nachfülldurchgängen × Sicherheitsfaktor (1,5 für Spitzen).

Beispiele:

Artikel Verkäufe pro Stunde Stunden zwischen Durchgängen Mindestkapazität
Fettarme Milch 1 l 30 4 180 Stück
Keks-Bestseller 6 4 36 Stück
Gängige Haarfarbe 0,5 24 (Nachfüllen morgens) 18 Stück

Fasst das Facing diese Kapazität nicht, gibt es zwei Lösungen: dem Artikel mehr Facings geben (zulasten eines Langsamdrehers) oder einen Nachfülldurchgang hinzufügen. Das erste kostet Regalplatz, das zweite Arbeitszeit.

Womit anfangen

Nicht mit der ganzen Abteilung. Die Verkäufe sind stark konzentriert: Die zwanzig meistverkauften Artikel einer Abteilung machen oft mehr als ein Drittel ihres Umsatzes, und sie sind es, die unter Facing-Lücken leiden. Die Methode:

  1. Die Stundenverkäufe der zwanzig besten Artikel jeder Abteilung über vier Wochen ziehen.
  2. Die Mindestkapazität mit der Regel oben berechnen, mit dem tatsächlichen Abstand zwischen zwei Durchgängen (oft 24 Stunden, wenn nur morgens nachgefüllt wird).
  3. Mit der aktuellen Facing-Kapazität vergleichen. Jeder Artikel darunter ist eine programmierte Lücke.
  4. Regalplatz umverteilen: Platz bei Artikeln derselben Abteilung nehmen, die weniger als ein Stück pro Tag verkaufen.

Diese Übung zeigt in der Regel einige Schnelldreher mit zwei oder drei Facings zu wenig und Dutzende langsame Artikel, die zu viel Platz belegen.

Was sich beim Nachfüllen ändert

Ein richtig dimensioniertes Facing spart Nachfülldurchgänge. Ein Artikel mit 6 Verkäufen pro Stunde auf einem Facing von 8 Stück muss jede Stunde nachgelegt werden; auf einem Facing von 36 alle vier Stunden. Auf Abteilungsebene kann das richtige Facing für die zwanzig besten Artikel von drei Durchgängen pro Tag auf anderthalb führen, bei gleich vielen oder weniger Lücken. Die Organisation der Durchgänge steht in Nachfüllen so organisieren, dass keine Regallücken entstehen.

Sonderfälle

  • Aktionen: Die Drehzahl vervielfacht sich um das Drei- bis Zehnfache; das Facing der Aktion muss auf die erwarteten Verkäufe berechnet werden, nicht auf die üblichen.
  • Frische mit kurzem MHD: Die Kapazität lässt sich nicht immer erhöhen, ohne den Bruch zu steigern; dann ist der zusätzliche Durchgang der richtige Hebel.
  • Warengruppen mit vielen Artikeln (Kosmetik, Haarfarbe, Schreibwaren): Das Facing je Artikel bleibt konstruktionsbedingt kurz; die Antwort ist, das Sortiment zu reduzieren und Lücken je Artikel zu erfassen, wie in Welche Produkte fehlen am häufigsten im Regal? erklärt.

Was die Kundenmeldung ändert

Die RegalAlarm-Meldungen zeigen Artikel für Artikel, zu welcher Uhrzeit das Facing leer wird. Ein Produkt, das jeden Tag zur selben Zeit gemeldet wird, ist ein zu prüfendes Facing; das Dashboard erstellt die Liste, ohne Zählung. 14 Tage kostenlos testen, ohne Kreditkarte: zum Angebot für Filialleiter.

Quellen

  • Corsten, Gruen, „Desperately Seeking Shelf Availability”, International Journal of Retail & Distribution Management, 2003, und „On Shelf Availability”, 2004: Zusammenfassung.
  • Gruen, Corsten, Bharadwaj, „Retail Out-of-Stocks: A Worldwide Examination”, GMA, 2002: vollständige Studie (PDF).

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