Blog · 22. September 2026
Welche Produkte fehlen am häufigsten im Regal, und warum?
Kurz gesagtNach einer Zwölfmonatserhebung von ECR France fehlen 5,7 % der Produkte regelmäßig in den Regalen französischer Supermärkte. Am stärksten betroffen sind Haarfarbe (15,6 % Lücken), Make-up (14,2 %), Champagner (13,6 %), Stifte, Gesichtspflege, Glühlampen und Babymilch (10,3 %). Gemeinsam ist ihnen: viele Artikel je Warengruppe, also ein zu kurzes Facing je Artikel und ein schwer zu priorisierendes Nachfüllen. Am besten verfügbar sind Produkte mit wenigen Artikeln und hoher Drehzahl: Butter, Toastbrot, Eier, um 2 %. In Deutschland liegt die Out-of-Stock-Quote im Handel zwischen 7 und 10 %.
Die Rangliste der Regallücken
Die Erhebung von ECR France, der Organisation von Industrie und Handel, über September 2013 bis September 2014 ergibt eine durchschnittliche Out-of-Stock-Quote von 5,7 % der Produkte in französischen Supermärkten, ein geschätzter Umsatzverlust von 1,07 Milliarden Euro im Jahr. Hinter dem Durchschnitt sind die Unterschiede zwischen den Warengruppen enorm:
| Warengruppe | Out-of-Stock-Quote |
|---|---|
| Haarfarbe | 15,6 % |
| Make-up | 14,2 % |
| Champagner | 13,6 % |
| Stifte | 12,3 % |
| Gesichtspflege | 12,0 % |
| Glühlampen | 11,9 % |
| Babymilch | 10,3 % |
| Sekt und Schaumwein | 10,0 % |
| Tiefkühl-Meeresfrüchte | 9,8 % |
| Sorbet und Speiseeis | 9,5 % |
Am anderen Ende stehen die am besten verfügbaren Warengruppen: Butter (2,4 %), Toastbrot (2,3 %) und Eier (2,2 %).
In Deutschland liegt die Out-of-Stock-Quote im Handel nach Branchenangaben zwischen 7 und 10 %; in Europa insgesamt hat die weltweite Studie von Gruen, Corsten und Bharadwaj mit 8,6 % den höchsten Wert aller Regionen gemessen. Eine Studie des EHI Retail Institute mit RELEX zeigt zudem, dass 22 % der befragten Händler Regallücken nicht rechtzeitig erkennen und 83 % Maßnahmen dagegen wünschen.
Was die am stärksten betroffenen Warengruppen gemeinsam haben
Nicht die Logistik unterscheidet eine Haarfarbe von einem Stück Butter. Es ist die Zahl der Artikel. Eine Haarfarbe gibt es in Dutzenden Nuancen, Make-up in Dutzenden Tönen, einen Stift in Dutzenden Farben und Spitzen. Drei Folgen:
- Ein zu kurzes Facing je Artikel. Der Regalmeter wird auf viele Artikel verteilt, jeder hat nur Platz für wenige Stück: Zwei Verkäufe leeren das Facing.
- Ein schwer zu priorisierendes Nachfüllen. Vor sechzig Nuancen sieht der Mitarbeiter ohne genaue Liste nicht, welche fehlt; er stellt zurück, was er in der Hand hat.
- Ein fragiler Buchbestand. Je mehr ähnliche Artikel, desto häufiger Erfassungs-, Einräum- und Zählfehler: Das System glaubt, das Produkt sei da.
Babymilch ist der umgekehrte, aber ebenso teure Fall: kaum Ausweichmöglichkeit (Eltern wechseln die Milch nicht), also ist jede Lücke ein verlorener Verkauf und oft ein verlorener Kunde. Champagner und Sekt bringen die Saisonalität dazu: Die Lücken häufen sich in Festzeiten, wenn der Verkauf am stärksten ist.
Was das für die Filialleitung ändert
Die Lesart nach Warengruppe ersetzt sinnvoll den Filialdurchschnitt: Eine Gesamtquote von 6 % kann in der Trockenware zufriedenstellend und in der Kosmetik katastrophal sein. Drei gezielte Maßnahmen für Warengruppen mit vielen Artikeln:
- das Sortiment reduzieren auf die Artikel, die wirklich drehen, um den anderen Platz zurückzugeben;
- Lücken je Artikel erfassen, nicht je Warengruppe, mit Liste oder laufender Erfassung, sonst weiß das Nachfüllen nicht, was zurückzustellen ist;
- den Buchbestand dieser Warengruppen mit häufigeren permanenten Inventuren überwachen.
Bei Babymilch und Produkten ohne Ersatz hat die Erkennungsgeschwindigkeit Vorrang: Jede Stunde Lücke ist ein netto verlorener Verkauf. Die Messmethoden stehen in Wie misst man die durch Regallücken verlorenen Verkäufe? und die Hebel in Regallücken in der Filiale reduzieren.
Was die Kundenmeldung ändert
Vor sechzig Haarfarben weiß nur der Kunde, welche fehlt. Mit RegalAlarm scannt er sie in zwei Sekunden; die Filialleitung erhält den genauen Artikel, und das Dashboard ordnet die meistgefragten Produkte Warengruppe für Warengruppe. 14 Tage kostenlos testen, ohne Kreditkarte: zum Angebot für Filialleiter.
Quellen
- Erhebung ECR France, September 2013 bis September 2014, berichtet vom Journal du Net.
- Out-of-Stock-Quote in Deutschland: iXtenso, Verluste durch Out of Stocks in Deutschland; EHI Retail Institute und RELEX, Studie „Wie das Regal voll bleibt”.
- Gruen, Corsten, Bharadwaj, „Retail Out-of-Stocks: A Worldwide Examination”, GMA, 2002: vollständige Studie (PDF).