Blog · 22. September 2026
Fehlbestand oder Regallücke: Was kostet mehr?
Kurz gesagtEin Fehlbestand ist ein Produkt, das in der ganzen Filiale fehlt, im Warenwirtschaftssystem sichtbar und Auslöser einer Bestellung. Eine Regallücke ist ein Produkt, das im Regal fehlt, obwohl es im Lager oder im Buchbestand ist: Das System sieht sie nicht, nichts korrigiert sie, sie bleibt. Bei gleichem verlorenem Verkauf kostet die Regallücke mehr, weil sie länger dauert und sich wiederholt; und sie macht die Mehrheit der Lücken aus, die Kunden sehen, denn 72 % der Lücken haben eine Ursache in der Filiale.
Zwei Lücken, zwei Definitionen
Der Fehlbestand: Die Filiale hat das Produkt nicht mehr, weder im Regal noch im Lager. Der Buchbestand ist null (oder sollte es sein), die Bestellung ist ausgelöst oder verspätet, die Ursache liegt vorgelagert oder in der Bestellung: Prognose, Lieferzeit, Zentrallager.
Die Regallücke: Der Kunde findet das Produkt nicht im Regal, aber es ist in der Filiale, im Lager, auf einer wartenden Palette, anderswo in der Abteilung, oder nur im Buchbestand. Das System sieht nichts Ungewöhnliches.
Für den Kunden sehen beide gleich aus; nach der Studie von Gruen, Corsten und Bharadwaj geht er in mehr als jedem zweiten Fall ohne das Produkt. Für die Filialleitung sind sie Gegensätze.
Warum die Regallücke mehr kostet
Drei Gründe, die sich addieren.
Sie dauert länger. Ein Fehlbestand endet mit der nächsten Lieferung, und das System meldet ihn. Eine Regallücke endet, wenn jemand sie sieht: beim nächsten Rundgang, am nächsten Tag, oder nie, wenn der Buchbestand falsch ist. Da die verlorenen Verkäufe proportional zur Dauer sind, kostet eine Lücke von drei Stunden dreimal so viel wie eine von einer Stunde.
Sie wiederholt sich. Ein Fehlbestand hat eine einmalige Ursache. Eine Regallücke hat eine strukturelle Ursache: zu kurzes Facing, zu frühes Nachfüllen, Phantombestand. Solange die Ursache nicht behoben ist, fehlt derselbe Artikel jeden Tag zur selben Zeit.
Sie ist die Mehrheit. Nach Corsten und Gruen haben 72 % der Lücken ihre Ursache in der Filiale, fallen also im weiteren Sinn unter die Regallücke: lokale Bestellung, Nachfüllen, Buchbestand. Die Warenwirtschaft behandelt die übrigen 28 % gut und sieht die anderen nicht.
Der richtige Hebel für jede
| Fehlbestand | Regallücke | |
|---|---|---|
| Wo sie sichtbar wird | im Warenwirtschaftssystem | im Regal, für den Kunden |
| Typische Ursache | Prognose, Lieferant, Zentrallager | Facing, Nachfüllen, Phantombestand |
| Was sie beendet | die Lieferung | jemand, der sie sieht und auffüllt |
| Werkzeug | Prognose, Bestellparameter, Lieferantenverfolgung | Zählung im Regal, Facing, Nachfülldurchgänge, laufende Erfassung |
| Messgröße | Servicegrad des Lieferanten, Buchbestand | im Regal gezählte Out-of-Stock-Quote |
Die häufigste Falle: Lücken mit dem Buchbestand messen und schließen, alles sei in Ordnung. Die Quote, die zählt, wird im Regal erfasst, wie in Out-of-Stock-Quote im Regal berechnen erklärt.
Ein Beispiel
Zwei Artikel derselben Abteilung, beide verkaufen abends 20 Stück pro Stunde.
- Der erste ist im Fehlbestand: Der Lieferant hat verspätet geliefert, er fehlt von Ladenöffnung bis zur Lieferung am nächsten Tag, 12 Stunden, einmal im Monat. Tatsächlich verlorene Verkäufe (55 %): 20 × 12 × 55 % = 132 Stück.
- Der zweite ist in der Regallücke: Facing von 12 Stück, Nachfüllen morgens, er fehlt von 17 Uhr bis Ladenschluss, 4 Stunden, jeden Tag. Tatsächlich verlorene Verkäufe: 20 × 4 × 55 % × 22 Tage = 968 Stück pro Monat.
Die Regallücke, im System unsichtbar, kostet siebenmal mehr als der Fehlbestand, sichtbar und behandelt. Die Rechnung steht im Detail in Wie misst man die durch Regallücken verlorenen Verkäufe?.
Was die Kundenmeldung ändert
Die Regallücke hat nur einen verlässlichen Zeugen: den Kunden vor dem Regal. Mit RegalAlarm scannt er das fehlende Produkt in zwei Sekunden; die Filialleitung erhält den Alarm, unterscheidet die beiden Fälle sofort durch Vergleich mit dem Buchbestand und setzt den richtigen Hebel an. 14 Tage kostenlos testen, ohne Kreditkarte: zum Angebot für Filialleiter.
Quellen
- Corsten, Gruen, „On Shelf Availability”, 2004: Zusammenfassung.
- Gruen, Corsten, Bharadwaj, „Retail Out-of-Stocks: A Worldwide Examination”, GMA, 2002: vollständige Studie (PDF).
- Begriff Regallücke: Wikipedia.