Blog · 21. September 2026
Wie lassen sich Regallücken in einer Filiale reduzieren?
Kurz gesagtRund 72 % der Regallücken haben ihre Ursache in der Filiale selbst: Bestellung, Prognose, Nachfüllen. Um sie zu reduzieren, misst man die Out-of-Stock-Quote je Abteilung, bereinigt den Buchbestand, passt jedes Facing an seine Abverkaufsgeschwindigkeit an, legt das Nachfüllen auf die Stunden, in denen Lücken entstehen, und verkürzt die Zeit zwischen Lücke und Entdeckung. Eine Filiale, die von 8 % auf 5 % kommt, gewinnt Dutzende Warenkörbe pro Tag zurück.
Zuerst: wissen, woher die Lücken kommen
Der Reflex ist, Logistik oder Lieferanten verantwortlich zu machen. Die Forschung sagt das Gegenteil: In der weltweiten Studie von Gruen, Corsten und Bharadwaj für die Grocery Manufacturers of America und in ihrer Arbeit von 2004 haben 72 % der Regallücken ihre Ursache in der Filiale selbst: zu spät oder zu knapp bestellt, falsche Prognose, Ware im Lager, aber nicht im Regal. Der Rest kommt von vorgelagerten Stufen (Zentrallager, Transport, Lieferant).
Praktische Folge: Eine Filialleitung hat drei Viertel des Problems selbst in der Hand, ohne Großhändler oder Lieferanten zu wechseln.
Die fünf Hebel, der Reihe nach
1. Je Abteilung messen, nicht im Durchschnitt
Eine Filialquote von 6 % verbirgt eine Frischeabteilung mit 12 % und eine Drogerieabteilung mit 2 %. Ohne Messung je Abteilung und Zeitfenster behandelt man das Symptom auf gut Glück. Das Minimum: ein Lückenrundgang zu festen Zeiten, zweimal täglich, je Abteilung notiert. Besser: eine laufende Erfassung (siehe Hebel 5). Die Berechnung erklären wir im Artikel zur Out-of-Stock-Quote im Regal.
2. Den Buchbestand bereinigen
Ein großer Teil der Lücken entsteht durch falschen Buchbestand: Das System glaubt, es seien noch vier Stück da, das Regal ist leer, die automatische Bestellung läuft nicht an. Nicht erfasster Bruch, Diebstahl, Fehler beim Wareneingang, verstellte Ware. Gezielte permanente Inventuren bei den Schnelldrehern korrigieren diesen „Phantombestand”, bevor er das Nachfüllen blockiert.
3. Das Facing an die Drehzahl anpassen
Ein Produkt, das sich zwanzigmal am Tag verkauft, auf einem Facing mit sechs Stück Platz, wird dreimal täglich ausverkauft sein, egal was die Logistik tut. Die Regalkapazität der zwanzig meistverkauften Artikel jeder Abteilung zu überprüfen ist der günstigste und schnellste Hebel: eine Planogramm-Änderung, keine Investition.
4. Zu den richtigen Stunden nachfüllen
Die Lücke entsteht während der Verkaufszeit, nicht nachts. Nachfüllen, das sich auf die Zeit vor Ladenöffnung konzentriert, lässt das Regal bis zum nächsten Tag leerlaufen. Einen Teil des Teams auf die Stoßzeiten zu legen (später Vormittag, später Nachmittag, Samstag) verkürzt jede Lücke, bei gleichem Personalstand. Die Organisation beschreiben wir in Nachfüllen so organisieren, dass keine Regallücken entstehen.
5. Die Zeit zwischen Lücke und Entdeckung verkürzen
Der vergessene Hebel. Eine Lücke kostet proportional zu ihrer Dauer: Eine nach zehn Minuten entdeckte Lücke kostet zehn Minuten Umsatz, eine beim nächsten Rundgang entdeckte drei Stunden. Regalkameras und Sensoren gibt es, sie bleiben aber teuer, wenn man die ganze Filiale ausstatten will. Die Meldung durch die Kunden selbst, in dem Moment, in dem sie die Lücke sehen, liefert eine laufende Erfassung ohne Hardware.
Ein Rechenbeispiel
Ein Supermarkt mit 2 500 m² und 6 % Out-of-Stock bei 8 000 Regalartikeln hat ständig 480 fehlende Artikel. Dauern die Lücken im Schnitt drei Stunden, nimmt jede bei der Entdeckung gewonnene Stunde ein Drittel des Umsatzverlusts weg. Auf Basis des ECR-France-Barometers, nach dem ein SB-Warenhaus rund 45 Warenkörbe pro Tag durch Lücken verliert, bedeutet eine Stunde schnellere Entdeckung etwa fünfzehn gerettete Warenkörbe pro Tag.
Was die Kundenmeldung ändert
RegalAlarm bringt einen QR-Code ins Regal: Der Kunde scannt das fehlende Produkt in zwei Sekunden, die Filialleitung erhält den Alarm in Echtzeit und sieht die meistgefragten Produkte. Das ist Hebel 5 ohne Installation, und es speist Hebel 1 mit einer laufenden Messung je Abteilung. 14 Tage kostenlos testen, ohne Kreditkarte: zum Angebot für Filialleiter.
Quellen
- Gruen, Corsten, Bharadwaj, „Retail Out-of-Stocks: A Worldwide Examination of Extent, Causes and Consumer Responses”, Grocery Manufacturers of America, 2002: vollständige Studie (PDF).
- Corsten, Gruen, „Desperately Seeking Shelf Availability”, International Journal of Retail & Distribution Management, 2003, und „On Shelf Availability”, 2004: Zusammenfassung.
- Out-of-Stock-Barometer ECR France / IRI, zitiert von LSA und Les Marchés.