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Blog · 23. September 2026

Lieferantenservicegrad und Out-of-Stock-Quote: Warum erzählen beide nicht dieselbe Geschichte?

Kurz gesagtDer Lieferantenservicegrad misst den Anteil der bestellten Mengen, die pünktlich geliefert werden: eine Kennzahl für die vorgelagerte Kette. Die Out-of-Stock-Quote im Regal misst den Anteil der Artikel, die im Regal fehlen: die Kennzahl des Kunden. Ein Lieferant kann 98 % des Bestellten liefern, während im Regal 8 % der Artikel fehlen, denn 72 % der Regallücken entstehen in der Filiale, nach der Lieferung. Beide verfolgen und vor allem nie die eine aus der anderen ableiten.

Zwei Kennzahlen, zwei Orte in der Kette

Der Lieferantenservicegrad (oder logistische Servicegrad) wird auf den Lieferungen berechnet: pünktlich und korrekt gelieferte Mengen, geteilt durch bestellte Mengen. Ein Servicegrad von 98 % bedeutet, dass 2 % der bestellten Mengen nicht oder nicht zum geplanten Termin angekommen sind. Er misst die Leistung vorgelagert: Lieferant, Lager, Transport.

Die Out-of-Stock-Quote im Regal wird am Regal gezählt: fehlende Artikel, geteilt durch Artikel, die dort sein müssten. Sie misst, was der Kunde sieht. Die Berechnung ist in Out-of-Stock-Quote im Regal: so berechnen Sie sie beschrieben.

Zwischen beiden liegt alles, was in der Filiale passiert: die lokale Bestellung, der Wareneingang, das Lager, das Nachfüllen, das Facing, der Buchbestand. Nach Corsten und Gruen entstehen dort 72 % der Regallücken. Für Deutschland nennt der EHI mit RELEX ähnliche Größenordnungen: 83 % der Händler sehen Lücken als tägliches Problem, obwohl die Zentrallager gut liefern.

Warum ein guter Servicegrad nichts garantiert

Ein häufiges Beispiel: Ein Händler meldet einen Lagerservicegrad von 98 % und eine Out-of-Stock-Quote im Regal von 7 bis 8 %. Beide Zahlen stimmen. Die Lieferung kommt an, aber:

  • die lokale Bestellung war im Vergleich zum tatsächlichen Abverkauf zu knapp (Prognose);
  • die Palette wartet im Lager, während das Regal leer ist (Nachfüllen);
  • das Facing ist zu kurz, um bis zur nächsten Runde zu reichen (Kapazität);
  • der Buchbestand sagt, das Produkt sei da, also wird nichts nachbestellt (Phantombestand).

Keine dieser Ursachen erscheint im Servicegrad. Ein Filialleiter, der nur den Servicegrad verfolgt, glaubt, seine Lücken kämen vom Lieferanten, und handelt auf drei Viertel des Problems nicht.

Was jede Kennzahl beheben lässt

Kennzahl Messort Was sie zeigt Was Sie beheben
Lieferantenservicegrad im Wareneingang Verspätungen, Fehlmengen, Lieferfehler Bestellfristen, Ersatzlieferanten, Reklamationen
Fehlbestandsquote im System Artikel mit Buchbestand null Bestellparameter, Prognose
Out-of-Stock-Quote im Regal am Regal für den Kunden fehlende Artikel Nachfüllen, Facing, Lager, Phantombestand

Die Out-of-Stock-Quote im Regal ist die einzige der drei, die die anderen einschließt: Ein Lieferausfall endet als leeres Regal, ein Nachfüllausfall ebenso. Deshalb ist sie die Kennzahl, die zuerst verfolgt wird, und mit den beiden anderen sucht man die Ursache.

Wie man die Abstände liest

  • Niedriger Servicegrad, hohe Regalquote: Das Problem liegt vorgelagert. Auf Bestellungen (Frist, Sicherheitsmenge) und den Lieferanten einwirken.
  • Hoher Servicegrad, hohe Regalquote: Das Problem liegt in der Filiale. Auf Nachfüllen, Facing und Buchbestand einwirken, wie in Regallücken in der Filiale reduzieren beschrieben.
  • Hohe Fehlbestandsquote, Regalquote nahe dran: Die Filiale bestellt schlecht oder zu spät; die Parameter der automatischen Bestellung sind zu prüfen (automatische Bestellung und Regallücken).
  • Niedrige Fehlbestandsquote, hohe Regalquote: Das Produkt ist in der Filiale, aber nicht im Regal: Lager, Nachfüllen oder Phantombestand.

Ein Beispiel

Trockensortiment, 800 Artikel. Lagerservicegrad des Monats: 97,5 %. Fehlbestandsquote (System): 1,5 %. Out-of-Stock-Quote im Regal, gezählt um 17 Uhr: 7 %. Lesart: 1,5 % der Artikel fehlen wirklich in der Filiale, aber 7 % fehlen im Regal. Der Abstand von 5,5 Punkten sind Produkte im Lager oder im Buchbestand, für das System unsichtbar: Dort liegt der Gewinn, und er hängt nicht vom Lieferanten ab.

Was die Meldung durch Kunden ändert

RegalAlarm misst die Kennzahl, die zählt, die vom Kunden gesehene Lücke, Artikel für Artikel und Stunde für Stunde, ohne Zählrundgang. Mit dem Buchbestand verglichen sagt jede Meldung sofort, ob die Ursache vorgelagert oder in der Filiale liegt. 14 Tage testen, ohne Zahlungskarte: den Tarif für Filialleiter ansehen.

Quellen

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